Lagerleben

FladenbrotDas mittelalterliche Treiben der „Burgkurzweyl zu Cullesheym" zeigt auch diesmal wieder in einem großes Bereich das Lagerleben, wie es sich vor vielen Jahrhunderten abspielte. Die Frauen und Mannen tun schlicht das, was der Alltag vor einem halben Jahrtausend so mit sich brachte wie Kochen oder Handarbeiten.

SchwertkampfDazu gibt es auch hinreißende Einlagen wie Schwertkampf, Bogenschießen, eine Feuershow, Jonglage und Tanz.
Besonders eindrucksvoll ist dabei natürlich der Schwertkampf, der Stunden der Vorbereitung erfordert, damit er denn auch begeistern kann. Schwerter sind seit dem Frühbeginn kriegerischer Auseinandersetzung die Waffe schlechthin, vor allem da lange Zeit Nahkämpfe nur zu Fuß ausgeführt wurden. Die kampfeslustigen Recken vollziehen einfach das nach, was sich auch in früheren Zeiten gut bewährt hat: Sie kleiden sich in feste metallene Gewänder oder Kettenhemden und tragen Topfhelme und Handschuhe. Manche Gefechte bestehen aus den immer wieder gleichen Bewegungen, abgesprochene Schläge sind in Attacken und Paraden eingebunden. Es gibt auch den „Freikampf" als dem viel urtümlicheren Kampfstil. Es gilt auch hier, gegenseitigen Aktionen und Reaktionen gut abzuschätzen. Zu beachten ist auch der hohe Ermüdungsfaktor, der in voller Montur immer nur recht kurze Kämpfe zulässt.

WaschzuberEin anderer, eher weniger beachteter Teil eines Lagerlebens im Mittelalter ist die Körperhygiene. Was es aber in ganz früherer Zeit an „Badehäusern" gab, das waren eher Vergnügungsorte mit zahlreichen Hübschlerinnen, die eigentliche Reinigung war Nebensache. Doch dann drängte sich langsam der Wunsch nach einem gereinigten Körper auf, wenn auch manche getroffenen Maßnahmen zu heutiger Zeit nicht mehr überall Anklang finden. So erfuhr der Aderlass, ursprünglich zur Behandlung bei Krankheiten angewandt, nach und nach die Wandlung zu einer populären prophylaktischen Hygienemaßnahme, häufig jedoch mit tödlichem Ausgang.

Im Bereich Mundhygiene gab es schon vor Jahrhunderten viele Ratschläge wie das tägliche Ausspülen des Munds mit Wein, wonach es die Zähne abzutrocknen und mit einem Tuch sauber zu reiben galt. Tägliches Kauen von Fenchel, Liebstöckel oder Petersilie sollte guten Atem und weiße Zähne bringen. Atemerfrischung sei auch möglich auch durch Lorbeerblätter und Moschus, das beides unter der Zunge gehalten werden soll - gedacht für tägliche Anwendung und speziell vor Intimkontakten. Andere verwendeten ein Pulver aus gebranntem Marmorkalk, gebrannten Dattelkernen, weißem Natron, gemahlenem Ziegel und Bimsstein. Das Pulver verwendete man mit feuchter Wolle und Leinentuch zum Reinigen der Zähne, um besonders weiße Zähne zu bekommen. Verwunderlich mutet der Gedanke an vom „Reiben des Zahnfleischs mit rauem Leinen, bis es blutet".