Essen der Bauern

k-fladenbeckEin Festmahl der Burgherren und wohlhabenden Bürger ging oft über zehn und mehr Gänge. Die Bauern hingegen, die von den Reichen als „Kraut- und Rübenfresser" verspottet wurden, lebten in ständiger Angst vor den immer wiederkehrenden Hungersnöten. Die Speisekarte der adligen Burgherren und der vornehmen Bürger in den Städten war also nicht nur wesentlich länger als die der ländlichen Bevölkerung, auf ihr standen auch andere Gerichte. Die Reichen verzehrten bei einer normalen Mahlzeit oft mehrere verschiedene Fleischsorten und hatten angesichts der großen Auswahl an Gerichten oft die Qual der Wahl. Andererseits aßen sie nur wenig Gemüse und kaum rohes Obst. Die Bauern ernährten sich jahraus jahrein von den immer gleichen Grundnahrungsmitteln: Brot, Brei und Hülsenfrüchte bildeten die Eckpfeiler der ländlichen Küche, Fleisch gab es selten, dieser Genuss blieb auf wenige festliche Anlässe beschränkt.

k-hirsekchleinAuf dem bäuerlichen Tisch fand man meist minderwertige Schwarzbrote, die aus Hafer und Roggen gemacht waren. Zudem ergänzten noch Mus aus Gerste und Hafer oder Getreidebreie die tägliche Ernährung des bäuerlichen Haushalts. Allgemein war die vegetabile Ernährung bei den Bauern weit verbreiteter als bei den „Herren". Die Bauern hatten reichlich Zugang zu einheimischen Früchten und ernährten sich von Äpfeln, Kirschen, Birnen, Pflaumen und alle Sorten von Beeren. Natürlich aß die Landbevölkerung auch alle Arten des heimischen Gemüses, gewürzt wurde mit einheimischen Kräutern wie Petersilie, Minze, Dill, Kümmel und Schalotten. Gab es dann doch einmal Fleisch, war es entweder Schweine-, Schaf- oder Ziegenfleisch. Bei Fischspeisen hatten die Bauern in der Regel Zugang zu heimischen Flussfischen wie Forellen oder Neunaugen.

 

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 Zum Essen benutzte man meist sowohl eine gemeinsame Holzschüssel als auch einen gemeinsamen Holzlöffel. Da fleischliche Kost eher selten war, besaß die bäuerliche Familie in der Regel keine Messer als Essbesteck. Die Bauern tranken Wasser, Milch sowie Unmengen von Bier und Met, Wein genoss man nur an Festtagen. Auch die Trinkgefässe bestanden aus Holz.

Die Essenszeiten richteten sich nach Jahreszeit und Arbeitsrhythmus. Die erste Mahlzeit nahmen die Bauern meist im Morgengrauen ein. Sechs oder sieben Stunden später gab es das Frühmahl, das meist die umfangreichste Mahlzeit des Tages war. Nach der Arbeit, kurz vor Sonnenuntergang, gab es schließlich die zweite große Mahlzeit des Tages. An den langen Sommertagen überbrückte man die Spanne zwischen Früh- und Spätmahl mit einer kleinen Zwischenmahlzeit.

Bei der „Burgkurzweyl zu Cullesheym" findet der Gast Deftiges beim Saubräter und Lammbräter, bei Ritterspieß und Kräuterwurst. Oder man labt sich bei Quarkbrot, Stockbrot und Fladenbrot, bei Krautsuppe, Hirseküchle und Apfelküchle. Für den Durst hat man Wasser, Saft oder Wein, Bier oder Schnaps in schönen Pokalen.
So geniesset den gar köstlich Trunk und nehmet das reichlich aufgetischte Mahl zu Euch, lasset Euch von den Mägden und Mundschenken bedienen bei Kurzweyl und Gemütlichkeit im Schatten der Burg in Cullesheym.